Thing 1011: A long expected Journey

Burg Breuberg:

Burg Breuberg




Seit 2 Jahren bin ich nun Mitglied in der deutschen Tolkien Gesellschaft, hatte es aber leider bisher nie geschafft, zum Thing zu fahren, da der Termin in den Ferien stets mit unserem Familienurlaub kollidierte. Dieses Jahr waren die Ferien aber zum Glück erst spät und so konnte ich diesmal endlich teilnehmen!

Los ging es vom Niederrhein allerdings erst am Freitag, da ich mir nur einen freien Tag nehmen konnte. Um 13.45 Uhr fuhren Simon, Kai-Sören und ich über die A61 Richtung Koblenz, dann über die A60 vorbei an Mainz und schließlich per A67 über Darmstadt nach Breuberg. Kurz vor 18 Uhr erreichten wir die Burg und trafen auf unsere „Stammtischkameraden“ Sebastian und Andreas, die schon am Donnerstag angereist waren. Als ersten schafften wir unser Gepäck rasch auf unser Zimmer, das fast ein reines „Stammtisch Linker-Niederrhein“ Zimmer war (und sogar sehr geräumig und über zwei Etagen angelegt, was aber bei 7 Personen nötig war). Dann ging es schon zum Abendessen in die zwei sehr schönen Speisesäale, die (wie auch alle anderen Räume, die wir benutzen durften) wunderbar vom Deko-Team der DTG dekoriert worden waren. Der erste Höhepunkt des Abends war dann auch schon die Mitgliederversammlung im Frauensaal der Burg. Ich fand es sehr spannend, die Regelung der Vereinsangelegenheiten mitzuerleben (u.a. die Wahl eines neuen Vorsitzenden – nochmals Glückwunsch an Tobias!) zu können. So wurde das Vereinsleben etwa greifbarer. Die Zeit ging rasch um – sehr schnell, wie mir andere Vereinsmitglieder bestätigten. Das war wohl eine der kürzesten MV der Vereinsgeschichte ☺ Der zweite Höhepunkt des Abends war dann das „First Timer Welcome“ im Tanzboden. Allen voran Marcel Bülles erklärte den Erstbesuchern des Things die Geschichte der DTG und des Thing, sowie andere Anekdoten. Dazu gab es einen Welcome-Sekt und leckere Liköre zur Probe. Den Rest des Abends verbrachten wir dann mit anderen Vereinsmitgliedern in „Saurons Kellerbar“. Meine Stammtischkameraden haben es länger ausgehalten, aber für mich war dann um 1 Uhr Schluss, ich wollte nach der Anfahrt „zeitig“ ins Bett, um fit für den nächsten Tag und die zahlreichen Vorträge zu sein.

Der Samstag begann dann für mich (nach frühem Aufstehen, um die Toilette und die Dusche noch vor anderen nutzen zu können) mit zwei Überraschungen: Die schöne war das herrliche Wetter mit blauen Himmel und Sonnenschein. Eigentlich war ja „durchwachsenes“ Wetter angesagt, aber wenn es dann doch schön wird, sagt man ja nicht nein. Die weniger schöne Überraschung war dann die Mitteilung, dass Yannik am Abend zuvor wohl gestürzt war und wegen der Fußverletzung die Nacht im DTG-Büro verbringen musste. Der Krankenwagen brachte ihn am Morgen zum Krankenhaus. Das Zusammensitzen am Lagerfeuer in der Nacht im Trockengraben der Burg muss wohl sehr heiter gewesen sein …

Nach dem Frühstück begann also für mich die Vortragsreihe um 9 Uhr mit dem vierten Teil des Berichts über „Pauschalreisen nach Mittelerde“ von Ulrich Hacke. Hier wurde humorvoll über die zahlreichen Möglichkeiten für Urlaubsreisende berichtet, wenn man mal annimmt, dass Mittelerde wirklich buchbar wäre. Das Publikum war sich einig, dass noch nicht alles im Reiseführer steht und verlangte am Ende nach einem fünften Teil.

Die Zeit danach bis zum Mittagessen verbrachte ich mit dem Erkunden der Burganlage, einem Besuch bei den Bogenschützen und auch natürlich bei Rene van Rossenbergs Tolkienshop bei dem ich mir leider nicht _ die_ Erstausgabe des Hobbits leisten konnte, aber immerhin meine erste Ausgabe in Englisch. Nach dem Mittagessen war dann noch etwas Zeit und so konnte ich einem weiteren Hobby nachgehen: dem Geocaching. Einen Cache (ein Mystery: GC12KP8, „Raub-Ritter Adolar“) hatte ich schon „in luftiger Höhe“ gefunden, den anderen hatte ich zusammen mit Kai-Sören angehen wollen (ein Multi: GCHY8W, „Red Rock“ ), doch wir scheiterten schon an der ersten Station. Zum Glück kamen wir auf dem Rückweg in die Burg zufällig an Station zwei vorbei (wir vermuteten dies anhand der Beschreibung) und konnten auf gut Glück das „Final“ bestimmen. Tatsächlich waren die Zielkoordinaten richtig und wir hatten den zweiten Cache in der Nähe der Burg „eingesackt“.


Blick in den Innenhof





Herrliche Aussicht




Zurück im Burghof kamen wir rechtzeitig zur Vorlesung über „Humor im HdR“ von Heidi Steimel, welche aufgrund des schönen Wetters nicht im Frauensaal, sondern draußen stattfand. Eine sehr schöne Idee, die allen Teilnehmern (und vorbeilaufenden Gästen?) sehr gefallen hat. So wurden mal nicht die ernsten und wichtigen Momente im HdR genauer beleuchtet, sondern Heidi präsentierte uns die lustigen und konnte sie sogar in mehrere Kategorien einordnen. Am Ende wurde das Publikum nach humorvollen Szenen im HdR befragt und vielen Anwesende nannten ihre eigenen lustigen Momente.

Martin Steinberg sprach anschließend (jetzt wieder im Frauensaal) über „Tolkien, das Rittertum und das vermiedene Mittelalter). Wir bekamen dazu auch eine kurze Zusammenfassung zur Geschichte von „Sir Gawain and the Green Knight“ zu hören und ich fand es sehr spannend, die ritterlichen Aspekte im HdR vorgestellt zu bekommen. Das ausgerechnet sich Gimli als Vertreter des Rittertums hervortat fand ich sehr erstaunlich: So hatte ich es noch nie gesehen, aber die vorgetragenen Argumente waren doch sehr erhellend.Wieder was gelernt!

Die Zeit zum Abendessen überbrückte ich mit einem kleinen Moment der „Augenpflege“ auf unserem Zimmer (ich wollte noch ein wenig ruhen – der Abend und die Nacht konnten ja noch lang werden). Um 18 Uhr weckte mich Andreas und gemeinsam saßen wir wieder mit allen anderen beim Abendbrot, diesmal wie am Mittag wieder draußen im Burghof.


A long expected party




Um 20 Uhr begann dann die „Long expected party“ im Frauensaal. Sebastian hatte mich schon aufgeklärt, dass es sich dabei nicht (wie ich vermutet hatte) eine Party mit viel Musik und Getränken handelte, sondern ein geselliges Zusammensitzen, bei dem die einzelnen Stammtische Beiträge zur Unterhaltung beisteuerten. Begonnen wurde mit Musik vom Piano und Querflöte zur Filmmusik des HdR, bei dem auch mitgesungen werden durfte. Es gab eine lustige Modenschau nach Art „GNTM“ mit einem stets positiv gelaunten Marcel Bülles und seinem die Bewerber eher (humorvoll) negativ bewertenden Partner Ulrich Hacke. Auch wurden zwei Puppenstücke vorgetragen. In der Pause hatte ich mich mit Sebastians selbst gebrauten Met wieder eindecken können – sehr zu empfehlen!
Danach ging es noch kurz vorbei an „Saurons Kellerbar“, um sich mit Getränken einzudecken, bevor zum Abschluss des Abends dann wieder das Lagerfeuer im Trockengraben der Burg anstand. Hier saßen wir alle nochmals zusammen und sprachen über die Party, Tolkien, HdR und dies und das. Als es gegen 2 Uhr anfing zu nieseln, waren die meisten schon zu Bett und auch ich entschied mich, wegen der Rückfahrt am nächsten (ähm, diesen) Tag doch lieber das Bett aufzusuchen.

Der Sonntag begann wieder sehr früh mit der Morgentoilette und dem Frühstück im unteren Speisesaal. Danach war rasches Packen angesagt, denn wir mussten die Zimmer bis 9 Uhr räumen. Als Sprecher des Vormittags standen Friedhelm Schneidewind und Thorsten Werner auf dem Programm. Friedhelm hielt zwei Vorträge: Zunächst „Fantastik als Friedenstifter“ und dann „Alben & Elben“. Dazwischen lag Thorstens Vortrag „Tolkien und die Umweltbewegung“. Zum Abschluß aller Vorträge gab es eine rege Diskussion mit dem Publikum.

Abgestimmt(?) auf den „feuchtfröhlichen“ Abend zuvor gab es als Mittagessen „JaSchniPo“ (Jägerschnitzel-Pommes), was uns alle wieder zu Kräften brachte. In der Abschlussrunde um 13 Uhr konnten schließlich diejenigen Teilnehmer des Thing, die nicht schon früher aufgebrochen waren, ihr Feedback und Kritik vor dem Organisationsteam äußern. Ich für meinen Teil kann zwar die Kritik an den engen Toiletten, engen Treppen und kleinen Fenster verstehen, halte es aber bei so einer tollen und dem Thema angebrachten Umgebung für vertretbar, dass man für 2-3 (oder 3-4?) Tage auf ein bischen Komfort verzichten muss. Mein Abschlussbewertung:


Das Thing hat mir sehr gut gefallen! Die Burg ist einfach super! Durch die Trennung in den äußeren Burghof mit Gästetischen für Besucher und den inneren Hof, um den sich die Jugendherberge legt, hat man sowohl einen Bereich für die eigene Veranstaltung, wie auch die Möglichkeit Besucher der Burg einzubeziehen. Die Grabenanlagen bieten Platz genug für zahlreiche Aktivitäten. Und der stattliche Bergfried gewährt einen wunderschönen Ausblick über die umliegenden Lande (wenn man soviel Glück mit dem Wetter hat wie wir). Dieses Jahr wollte ich zunächst schauen, wie denn so ein Thing abläuft. Bei meinem nächsten Besuch habe ich mir vorgenommen aktiver zu werden und auch mit ein paar mehr anderen Vereinsmitgliedern von anderen Stammtischen in Kontakt zu kommen. Auf jeden Fall ist eine frühere Anreise wünschenswert, damit man noch mehr von den Vorträgen und Workshops am Freitag mitbekommt!


Der Trockengraben mit Feuerstelle




Mehr Bilder gibt’s hier.

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