1. Tolkien Lesefest in Kempen

Ein Erfahrungsbericht

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Am 21. November 2015 fand in Kempen das erste Tolkien Lesefest der Deutschen Tolkien Gesellschaft in der örtlichen Stadtbibliothek statt. Obwohl es das erste seine Art war, war der ausrichtende DTG Stammtisch „Linker Niederrhein“ zuvor schon zweimal Gast in der Bibliothek – das Event firmierte damals aber noch unter dem Titel „Tolkien Tag“.  Da es sich aber um eine kleinere, eintägige Veranstaltung handelt (im Gegensatz zu den bekannten „Tolkien Tagen“) hatte der Vorstand beschlossen, diese Art von Events anders zu bewerben. Denn bei einem „Tolkien Lesefest“ soll das (gemeinsame) Lesen von Werken J.R.R. Tolkiens im Fokus stehen, sowie auch Spiele mit Mittelerde-Bezug und Workshops zur kreativen Mitarbeit. Ziel eines solchen Lesefestes soll zum Einen die Präsentation der Deutschen Tolkien Gesellschaft sein. Zum Anderen soll zusammen mit der Bilbliothek ein Event ausgerichtet werden, welches diese nach Außen hin sichtbarbar macht, potentiell neue Interessierte anlockt und das literarisches Wirken der Bilbliothek unterstützt. Damit haben beide Seiten etwas davon.

Das Programm des Lesefestes ist ja bereits auf der DTG-Seite dokumentiert (siehe hier ). Deshalb soll an dieser Stelle nicht weiter darauf eingegangen werden, was genau im Detail passiert ist (Bilder finden sich bei Flickr) , sondern eher ein kritischer Rückblick gezogen werden.

Fangen wir mit dem Positiven an: Von den besuchenden (Klein-) Kinder wurde das Schminken, die Nordpol-Bastelei und das Vorlesen aus den „Briefen vom Weihnachtsmann“ gut angenommen. Die etwas Älteren zeigten besonders Interesse an dem „Geheimschriften mit Runen“-Workshop und besonders natürlich die Möglichkeit, das „Herr Der Ringe“-Tabletopspiel kennenzulernen und selbst Figuren dazu zu bemalen. Ebenfalls gut besucht waren die Spieleeinführungen zu Gesellschaftsspielen mit Bezug zu Tolkien. Der Kaffee- und Kuchenstand konnte deutlich zu den Einnahmen beitragen (der Eintritt zum Lesefest war ja frei), ebenso wie auch der DTG eigene Stand mit DTG-Merchandising und (Gebraucht-) Bücherverkauf. Es sei angemerkt, dass wir auch insgesamt 16 Poster zur Unterstützung der Flüchtlingshilfe des Arbeiter- und Samariter-Bundes verkaufen konnten (und damit 64€ an Spenden generierten).

Als nützlich erwies sich die Gestaltung des Lesefestes in dem U-förmigen Lesetrakt der Bücherei: Im Eingangsbereich wurde die Kinder zum Schminken von Gandalf, Radagast, Alfrik und Bilbo zum Schminken begrüßt. Der nahe gelegene DTG-Stand machte dann auch gleich deutlich, worum es bei dieser Veranstaltung ging und lud zum Gespräch über unseren Verein ein. Dahinter, neben der Bibliotheks-eigenen Kaffeeausgabe, war der Kuchenstand aufgebaut, sodass Durstige auch gleich etwas Leckeres gegen den Hunger bekommen konnten. In der Nische gegenüber konnten die Kinder dann Basteln und den Geschichten von „Father Christmas“ lauschen.

Im mittleren Teil war dann am Nachmittag Platz geschaffen worden für die Lesung von Myk Jung mit seinen „Geschichten aus der mittelmäßigen Welt“. Hier blieben einige Besucher der Bibliothek spontan stehen, um zu lauschen. Insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt etwa 30 Hörer (sitzend!) anwesend und wir empfanden den gewählten Termin (nachmittags, zur allgemeinen Öffnungszeit der Bibliothek) deutlich besser als die separate Abendveranstaltung, die wir im letzten Jahr am Tag zuvor gemacht haben.

Im hinteren Teil war dann das Tabletop-Gelände aufgebaut, gleich neben der zweiten Leseecke mit der Balrog-Figur. Somit wurden die ganz Kleinen nicht gleicht mit all den wilden Figuren konfrontiert, sondern erst, wenn sie die ganze Bibliothek durchstreift hatten.

Apropos: Für das Tolkien-Quiz (was mit ca 20 Teilnehmern ebenfalls gut angenommen wurde) war es eine gute Idee, die beim Lesefest gezeigten HDR-Actionfiguren in der gesamten Bibliothek zu verteilen (eine Frage suchte die genaue Anzahl der Dioramen). Somit wurden die Besucher quasi gezwungen, sich alles anzuschauen. Und da jedes gefundene Diorame „nur“ 0,1 Punkte brachte, konnte am Ende bei einer etwa gleichen Anzahl von richtigen Antworten dann doch noch über die Dioramenzahl etwas differenziert werden.

Der Malwettbewerb war zunächst nur zurückhaltend angenommen worden. Kurz vor dem Abgabeschluss kamen aber dann doch noch einige sehr schöne Bilder herein und wir mussten sogar in der Altergruppe 10-14 Jahre den dritten Platz streichen und den zweiten Platz dafür zweimal vergeben, so schön waren die Bilder. Um die ganz Kleinen nicht ganz chancenlos zu lassen hatten wir für sie eine eigene Altergruppe 7-10 Jahre eingerichtet.

Kommen wir zu den kritischen Anmerkungen.

Bleiben wir bei den Wettbewerben: Ursprünglich hatten wir geplant einen Vorlesewettbewerb zu machen: Das hätte ein echter Wettbewerb mit Jury werden können oder auch nur eine „Mutprobe“ frei nach dem Motto: „Jeder der kommt und etwas von Tolkien vorliest kann einen Preis gewinnen!“. Dies war eigentlich auch der Aufhänger zu unserem Lesefest, denn es fand direkt am Tag nach dem bundesweiten Vorlesetag statt. Leider hatten wir zu wenig Personal vor Ort um diese Aktion aktiv durchzuziehen. Zum Glück (?) hatte aber auch von den Gästen keiner direkt nachgefragt, ob und wo dieser Wettbewerb denn stattfindet. Darüber sollten wir fürs nächste Mal nachdenken!

Die Idee, unser Lesefest mit dem deutschen Vorlesetag zu verknüpfen kam jedenfalls bei der Bibliothek gut an. Der Vorteil ist, dass man einen festen Termin hat, an den man sich anlehnen kann und somit bereits zu Beginn des Jahres planen kann.

Dann war da noch der Gewandungswettbewerb… Diesen hatten zwar nicht wir von der DTG ausgerufen, sondern die Bibliothek alleine. Und tatsächlich waren auch einige Besucher in Gewandung erschienen (sogar extra aus Berlin: Danke an Reinhard und Andrea für den Besuch!!). Jedoch wurde aufgrund der überwiegend „professionellen“ Art der Gewandung auf eine Preisverleihung an DTG’ler verzichtet, da die Zielgruppe eigentlich „normale“ Besucher der Bibliothek gewesen waren. Damit blieben dann leider keine Kandidaten mehr übrig …  Das sollte beim nächsten Mal deutlicher klargestellt oder zumindest auch DTG’ler fair berücksichtigt werden. Zumindest ging dieser Wettbewerb auch aufgrund des Zeitdruckes am Ende unter.

Neben der Leseecke zu den „Briefen vom Weihnachtsmann“ waren auch ursprünglich zwei weitere Leseecken (1x Hobbit, 1x HDR und Silmarillion) vorgesehen. Davon konnte leider nur die Letztere besetzt werden – wieder wegen Personalmangel vor Ort (allerdings krankheitsbedingt entschuldigt J )  Jedoch war es keine gute Idee, den Organisator vor Ort (mich!) aktiv mit einzubeziehen, da er doch hier und da noch woanders benötigt wurde und die zugewiesene Aufgabe (Leseecke) dann zeitweilig etwas zu kurz kam. Das kann demnächst besser gemacht werden.

Was wir auch wieder gelernt haben: Man kann nicht früh genug anfangen, sich um die Werbung zu kümmern! Dieses Mal waren die Plakate und Flyer bereits rechtzeitig im September fertig, sodass ca. 4-6 Wochen vor der Veranstaltung mit der Bewerbung begonnen werden konnte. Die Bibliothek nutzte dabei die Flyer, um sie den Besuchern bei der Bücherausleihe mit in die Hand zu geben, der Rest wurde an Schulen und anderen Orten ausgelegt. Mit den Plakaten verhielt es sich etwas problematischer: Viele Händler wollten keine Plakate aushängen, um nicht in Zugzwang bei anderen Veranstaltungen zu kommen und sich dann Ihr Schaufenster evtl. „zupflastern“ zu müssen. Somit blieben wenige öffentliche Plätze und die Schulen (sowie natürlich die Bibliothek selbst). Die Werbung über Twitter und Facebook erscheint einerseits etwas zeitgenössischer. Andererseits haben auch zwei Lokalzeitungen (Rheinische Post und Westdeutsche Zeitung) über das Lesefest berichtet, nachdem wir Ihnen eine Pressemitteilung gesendet hatten (siehe RP-Online)

Für den DTG-Stand sollte demnächst eine Mappe erstellt werden, die folgende Unterlagen enthält: eine Preisliste für alle DTG-Artikel mit Strichliste (damit bei der Abschlussrechnung die DTG Merchandising Artikel gemäß Checkliste sauber getrennt von allen anderen Einnahmen aufgeführt wird), sowie die üblichen DTG-Flyer und natürlich auch Mitgliedsanträge!!

Abschließend sei gesagt, dass trotz der obigen kritischen Punkte das Lesefest ein voller Erfolg war. Denn allen Teilnehmern und Besuchern hat es offensichtlich sehr viel Spaß gemacht und auch die notwendigen Vorbereitungen hielten sich in Grenzen. Wir freuen uns auf das nächste Jahr!

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